Ludwigsfelder-Radballclub-ev
  Geschichte Teil 1
 
.          " Brennabor " und Holzfelgen

 

Zu Beginn des Jahrhunderts kam das Radballspiel ausschließlich
für Männer auf.
Man benutzte normale Fahrräder mit der Straßenübersetzung, und spielte im Freien und benutzte einen Ball mit etwa 15 Zentimeter Durchmesser, der fast zwei Pfund wog .In den 20er Jahren wurden die Radballregeln vervollkommnet .
Man benutzte eine 1:1- Übersetzung, wie schon beim Kunstradfahren üblich, und ging zu den Spielen ausschließlich in die " Halle ", meist in den Saal des Dorfgasthofes .
So etwa auch 1948 in Ludwigsfelde. Im Ort gab es eine starke Rennfahrertruppe unter dem Friseur Krause mit dem Spitzenfahrer Walter Schwanke, der schon vor dem Krieg bei der Deutschlandrundfahrt dabei war .Aber einige waren diese Rennen einfach zu anstrengend .So auch Helmut Siewert, der nach einem Dorfrennen mit Start und Ziel bei Karl Schwanke im " Waldfrieden " in Struveshof und einem Landesausscheid,auf dem von Schuster Achim Borowitzki geborgten Rennrad in Fürstenwalde,genug von der Raserei hatte . Er ging zu den Saalfahrern , denen 1948 der Ahrensdorfer Gastwirt Lehmann gerade vier Reigenräder der Marke " Brennabor " gespendet hatte. Zuerst holte man sich im Lehmannschen Saal und in der Turnhalle an der Zwiebelschule Sicherheit beim Reigen-und Corsofahren. Da es im Gegensatz zu den Reigenfahrern und den Radpolo spielenden Mädchen keine Radballbetreuer gab, mussten sich Helmut Siewer und sein Partner Fritz Heppes selbstständig zum Radballer entwickeln. Kurze Zeit später stieß Joseph Misch, Verantwortlicher der Mädchen , dazu .Die anfallenden Reparaturen erledigten Paul Peter, die Radwerkstatt Zutz und später der unermüdliche Schrauber Willy Föhlich .Zwischenzeitlich trainierte man auch in der Turnhalle der " Fliegerschule " in Birkengrund-Süd, ehe man in den alten Speisesaal der inzwischen gesprengten Halle 13 , in die  Waldsporthalle zog.

 
 
Die Ludwigsfelder stellten Kontakte zu einem Lichterfelder Radballverein her, tauschten mit den dortigen Radballern Erfahrungen aus, lernten und erhielten von ihnen auch zwei richtige Radballräder . Im Gegensatz zu den " Schreckschussbestien " genannten Brennaborrädern hatten die Neuen, Holzfelgen, die bei Mohaupt in Trebbin hergestellt wurden. Später konnte man sich auch spezielle bei der Eichwalder Firma Elsner gefertigte Rahmen leisten.  Gespielt wurde meist in den Dorfgasthöfen wie in Großbeeren oder Groß Machnow. Trotz der 1:1- Übersetzung wurde auch der Weg vom Bahnhof Potsdam bis nach Caputh schon mal per Rad zurückgelegt. Die Vereine in Werder und Capuht, erinnert sich Helmut Siewert, waren da schon besser organisiert, mit Trainer und Betreuern für die Aktiven. Dennoch gelang Trainer Heinz Seller auf Anhieb ein großer Erfolg mit der ersten Mannschaft.Siewert und Heppes qualifizierten sich sofort für die Aufstiegsspiele zur DDR-Liga, scheiterten dort aber und spielten danach in der Bezirksliga .Über Vorwärts, Traktor und Aufbau Ludwigsfelde wurde die BSG Motor Ludwigsfelde die Heimatstadt für die Radballer . Neue Aktive fanden sich ein, wie Udo Zahn, der Großbeerener Spiesecke, die Brüder Jürgen und Wolfgang Kerst und Frank Arnold, der erstmals als 12-Jähriger im Oktober 1957 auf dem Saalrad saß .Im Wald hinter der Rathenau-Straße hatten sie sich zunächst auf Tourenrädern im Radball versucht .Später übernahm Frank Arnold mit erst 24 Jahren, für mehrere Jahre die Leitung des Ludwigsfelder Radballclub .  ( Artikel von Peter Hennig " Märkische Allgemeine" )
 


 
  Es waren schon 7993 Besucher (26575 Hits) hier!  
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=